Fenster schliessen

C S -W a n d e r u n g im J u r a - 20./21.9.03

Reisenotizen
(Autor Josef Fellmann, Bilder Frank Höpfner + Gerd Müller)

1. Tag
32 erwartungsfrohe "Wandervögel" treffen sich am Samstagmorgen vor dem Gleis 14 im HB um sich mit dem Wanderleiter
Gerd Müller zusammen auf die Jurawanderung zu begeben. Ueber Aarau - Olten steuern wir Biel an, dort heisst's in den Zug nach La Chaux-de-Fonds umzusteigen. Schon zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Während gegen Biel zu noch Nebelschwaden vom Herbst künden, begleitet uns auf das Hochplateau des Neuenburger Juras eine strahlende Herbstsonne. Vor dem Bahnhof in La Chaux-de-Fonds wartet schon Ueli Fischer mit seinem Bus; unser Hotelgepäck findet problemlos Platz. Das Postauto führt uns über eine sanfte Juralandschaft zum Dörfchen "Les Planchettes" und von dort hinunter zur Auberge de la Maison-Monsieur.

 
 
 

Am Ufer des Doubs stärken wir uns für die kommenden Strapazen mit Kaffee und Croissant. Es ist noch recht kühl; aber die Sonne äugt schon durch die Bäume am gegenüber liegenden Ufer und erzeugt eine bezaubernde Stimmung.





 
 


 


Fenster schliessen

 
 
Auf einem Waldweg dem Doubs entlang wandern wir in ca. einer Stunde zum ersten Halt "Les Greviers". Der Doubs ist hier äusserst träge; eher ein See denn ein Fluss. Kommt dazu, dass seine Wasserführung des trockenen Sommers wegen auf einem Tieftststand ist.
  

 



 

 

 


Nun wird's enger, markante Felsen kommen nahe ans Ufer heran; teilweise tropfts fast duschartig auf uns nieder.


 

Ein kurzer Aufstieg und unser Mittagshalt ist erreicht. Froh uns setzen zu können, lassen wir uns vor dem Restaurant "Le Chatelot" auf die Bänke nieder. Mittlerweile ist es nämlich recht warm um nicht zu sagen heiss geworden. Die Gemüsesuppe à la mode du Chef stärkt uns für den Aufstieg hinauf zur Staumauer des Lac de Moron. Noch ein Wort zum erwähnten Restaurant: Noch selten habe ich an einem so romantischen Flecken und bei einem so leicht schrägen Beizer gegessen. Tatsächlich könnten sich an diesem Ort Schmuggler - Episoden abgespielt haben, wie Gerd in seiner Routen-Beschreibung fest hält.

 


 
 
 


 
 
 

Fenster schliessen

Dem erwähnten Stausee Lac de Moron entlang, dessen Wasser das gemeinsame französisch - schweizerische Kraftwerk speisen, erreichen wir den Saut-du-Doubs - den grössten Wasserfall Frankreichs. Leider zeigt er sich nur als bescheidenes "Sturzbächchen". Im Restaurant vor der Anlegestelle des Lac des Brenets gibt's für die Durstigen Kühles zum Trinken oder ein Glace. Nach 17 Uhr besteigen wir das Ausflugsboot und gelangen in ruhiger Fahrt, mit kundigem Kommentar zur Landschaft, vorbei an faszinierenden Felsen und wildromantischen Uferpartien, zur Ausschiffung beim Dorf Les Brenets. Noch müssen wir den steilen Weg vom Seeufer hinauf zum Bahnhöfchen in Angriff nehmen; das erweist sich (bei der Hitze und der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit) als Wettlauf mit der Zeit. Auf jeden Fall sitzt Gerd auf dem Trittbrett bis die letzten eingestiegen sind. Sanft gleitet der Lokalzug zum Etappen- und Uebernachtungsziel Le Locle. Im Hotel des "Trois Rois" einem Viersterne-Etablissement checken wir uns ein. Von Ueli Fischer behändigen wir unser Gepäck; es bleibt noch ein Stündchen um uns vor dem Nachtessen auszuruhen. Das Menue mit Croùte forestière, lapin en civet, Spätzlis und zum Nachtisch Crêpe aux myrtilles mundet. Schon bald schwillt der Lärmpegel an; bei angeregtem Plaudern vergeht der Abend schnell. Die ersten machen sich schon recht bald auf um für den morgigen Aufstieg zum Tête de Ran fit zu sein.

 



 
 

 

 

 

 

 

 

Fenster schliessen


2. Tag
 
Das Frühstücksbuffet öffnet bereits um halb acht; nachher nimmt Uli Fischer wieder das Gepäck in Empfang. Um 8.50 sollten wir mit dem Bus hinauf nach La Tourne starten. Die Abfahrt wird dann ein wenig verzögert; der Schreibende muss noch kurz ins Hotel speeden um 3 (in Worten drei) Wanderinnen zur Eile aufzufordern. Aber item: der Postchauffeur ist geduldig und nur ganz leicht verspätet starten wir zur Stadt hinaus über Les-Ponts-de Martel nach La Tourne. Sanfte Juraweiden mit Eichen und Tannen, beweidet mit Fleckvieh, begleiten uns. Durch lichten Wald, immer leicht ansteigend machen wir einen kurzen Erfrischungshalt in bzw. vor der Buvette Grande Sagneule.

 

 


 


 



 Fenster schliessen


 

 

Fenster schliessen

Noch eine halbe Stunde und wir sind auf dem Mt. Racine. Nun geht's ein bisschen gemächlicher; eine herrliche Kretenwanderung bis zum Tete de Ran. Bald wird der Neuenburgersee sichtbar, dahinter der Murtensee. Die Berge der französischen Alpen, die Berner 4-tausender lassen sich nur erahnen. Es ist sommerlich warm und es sind auch erstaunlich viele Romands unterwegs.

 


 



So gegen 1 Uhr erreichen wir unser Mittagessenziel; das Restaurant Tête- de-Ran. Ein veritables Akkordeon-Orchester empfängt uns mit lüpfigen Weisen, die sie ohne grossen Unterbruch gekonnt während des ganzen Mittagessens zum Besten geben. Das Fondue lässt etwas auf sich warten; der Boss scheint arg gestresst zu sein Auf jeden Fall: an der Güte des Fondue neuchâteloise gibt's nichts zu mäkeln. Der weisse Neuenburger und der obligate "Gebrannte" zum Abschluss sind ebenfalls i.O. Und auch die Begleitmusik scheint den meisten zu gefallen.

Luzi wäre gerne noch ein wenig länger geblieben. Gerd drängt aber zum Abstieg nach Les Hauts-Geneveys. Er träumt wohl schon von einem grossen Coupe im dortigen Buffet du Gare. Ueber Weiden und Wald steuern wir nun das letzte Etappenziel , den Bahnhof des Dorfes Les Hauts-de Geneveys, an. Früher als geplant erreichen wir den Bahnhof mit dem Buffet, wo wir noch fast eine Stunde uns bei einem kühlen Becher oder einem geträumten Coupe erholen können. Vergessen sind nun der morgendliche etwas steile Aufstieg zum Mt.Racine, vergessen auch drückende Schuhe und Blatern. Und unter uns gesagt; es lässt sich auch barfuss oder mit "Schlappen" durchaus wandern!! Noch ein letzter Blick hinüber zum Chasseral, hinunter ins Tal (die erwähnten hohen Berge auf der Orientierungstafel bleiben uns nach wie vor verborgen) und schon heisst es das Gepäck wieder in Empfang zu nehmen. Uli Fischer verabschiedet sich und der Zug Richtung Neuchâtel, wo wir umsteigen, führt uns aus dem schönen Neuenburger-Jura hinunter in die Niederungen der Deutschschweiz Etwas müde zwar, aber mit vielen schönen Erinnerungen und Eindrücken endet unsere Juratour um 18.53 im HB Zürich.
Der Dank gilt vorab unserem Generalorganisator Gerd Müller, seinem Freund und Gepäckchauffeur Uli Fischer und allen die durch Ihr aktive Mitmachen zum guten Gelingen dieser zwei schönen Tage in einer so faszinierenden und wenig bekannten Gegend unseres Landes, beigetragen haben.
Zürich, 22.September 03 /jf

Fenster schliessen

Fenster schliessen